Eltern und Schulleiter fordern gute, rhythmisierte Ganztagsschulen für alle; gemeinsame Pressemitteilung Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschlands und Bundeselternrat

Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschlands e. V.                      Bundeselternrat

5. Dezember 2013

 Ganztagsschule braucht Qualität

Eltern und Schulleiter fordern gute, rhythmisierte Ganztagsschulen für alle

Alle Kinder, deren Eltern das wollen, müssen einen Platz in einer rhythmisierten Ganztagsschule erhalten. Rhythmisiert bedeutet: An mindestens drei Tagen in der Woche wird der Unterricht so auf den ganzen Tag verteilt, dass sich Unterricht und Erholungsphasen abwechseln. Der Allgemeine Schulleitungsverband Deutschlands und der Bundeselternrat fordern flächendeckend rhythmisierte Ganztagsschulen von hoher Qualität, die folgenden Ansprüchen genügen müssen:

Die Ganztagsschule muss ein Angebot der Schule sein. Die Schulleitung braucht deshalb zusätzliche Zeit für die Organisation. Lehrer brauchen einen Arbeitsplatz in der Schule. Es sind zusätzliche Räume nötig, neben dem Unterricht auch für Arbeitsgruppen, Essen, Ruhepausen und Freizeitangebote. Für die Entwicklung eines anspruchsvollen  pädagogischen Konzepts brauchen künftige Ganztagsschulen fachliche und finanzielle Unterstützung. „Eine in jeder Hinsicht gut ausgestattete Ganztagsschule erleichtert auch die Inklusion“, sagt Gudrun Wolters-Vogeler, die Vorsitzende des ASD.

Für gute Ganztagsschulen brauchen Eltern nichts zu bezahlen, im Idealfall nicht einmal das Mittagessen. Rhythmisierte Ganztagsschulen mit Pflichtunterricht auch am Nachmittag bieten benachteiligten Kindern Chancen, die sie in der Halbtagsschule nicht hätten. Dennoch sind Ganztagsschulen längst nicht mehr nur Schulen für Problemviertel.

Eine repräsentative Studie im Jahr 2012 ergab, dass 70 Prozent aller Eltern in Deutschland für ihr Kind eine Ganztagschule wünschen. Nur 30 Prozent der Kinder besuchen derzeit ein Ganztagsangebot, eine rhythmisierte Ganztagsschule sogar weniger als 14 Prozent. Der Ausbau der Ganztagschulen hält mit dem Bedarf also nicht annähernd Schritt. „Von Wahlfreiheit zwischen Halbtagsschule und Ganztagschule kann noch lange keine Rede sein“, sagt Ursula Walther, stellvertretende Vorsitzende des BER. „Wenn Eltern wirklich wählen könnten, würden die meisten eine Ganztagsschule wählen – vorausgesetzt, sie ist wirklich gut.“

Ihre Ansprechpartner:

Allgemeiner Schulleitungsverband Deutschland e.V.

Gudrun Wolters-Vogeler, Vorsitzende

Tel. 0171 6815069

E-Mail: g.wolters@schulleitungsverbaende.de 

Osnabrücker Straße 7

10589 Berlin

Bundeselternrat

Ursula Walther, stellvertretende Vorsitzende

Tel. 0162 7575588

E-Mail: ursula.walther@bundeselternrat.de

Bernauer Straße 100

16515 Oranienburg

Anlage:

PM_Ganztagsschule_ braucht_Qualitat_ASD_BER_20131205