Bundeselternrat: Gesunder Umgang mit neuen Medien im schulischen Alltag

Resolution

Tagung der Ausschüsse „Realschule“ und „Hauptschule“
Termin: 24.-26. Januar 2014

Jahresthema des Bundeselternrats für 2014: Gesunde Schule
„Gesunder Umgang mit neuen Medien im schulischen Alltag“

Der gesunde Umgang mit neuen Medien bedeutet, dass man die Chancen und Risiken der Mediennutzung kennt und auf das Wohl der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer, des weiteren pädagogischen Personals und der Eltern achtet.

Neue Medien sind aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken. Unsere Kinder wachsen mit ihnen auf und müssen das notwendige Wissen und die Fachkompetenz erlangen, diese sinnvoll einzusetzen. Als Eltern haben wir die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern, zusammen mit der Schule, den gesunden, verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien zu vermitteln. Innerhalb einer Erziehungspartnerschaft von Elternhaus und Schule müssen alle Beteiligten gleichermaßen neue Kompetenzen erwerben.

Es fehlen an vielen Schulen eine gute sächliche Ausstattung sowie eine fundierte Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind nicht ausreichend und werden vielerorts zudem nicht umfassend erfüllt.

Der Mangel an Wissen über juristische Konsequenzen und Zusammenhänge bei der Nutzung neuer Medien im schulischen Alltag ist ein gravierendes Problem! Es gibt insbesondere Mängel im gesetzlichen Kinder- und Jugendschutz.

Der schulische Umgang mit den neuen Medien bietet auf der anderen Seite die Chance dazu, Medien im Unterricht anders einzusetzen, unter anderem für die Verzahnung von schulischer und berufsorientierter Bildung.

Der Bundeselternrat fordert:

  • Die gesetzliche Verankerung des Anspruchs auf Medienbildung, die damit als Teil der Allgemeinbildung und der Alltagswirklichkeit anerkannt wird. Dies ist durch die kurzfristige und verbindliche Einführung eines Kursplans Medienkunde in allen Bundesländern, wie er zum Beispiel bereits in Thüringen in Kraft gesetzt wurde, möglich. Die Landesmedienanstalten sind aus unserer Sicht geeignete Partner.
  • Die Gesetze zum Schutz der Kinder und Jugendlichen müssen an die neuen Medien angepasst werden!
  • Es muss eine Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule geben. Die Kompetenzen bei Eltern, Lehrern, weiterem pädagogischen Personal und Schülern müssen stetig weiterentwickelt werden. Dies umfasst technikorientierte, nutzungsorientierte und didaktische Elemente. Die entstehenden Potentiale müssen genutzt werden (Lerngelegenheiten schaffen, Lernzeiten entzerren, neue Inhalte und Lernorte zugänglich machen). Die im Fachunterricht vermittelten Inhalte müssen an die Mediennutzung angepasst werden.
  • Es müssen die Voraussetzungen für die Arbeit mit neuen Medien geschaffen werden. Dies betrifft die Ausstattung aller Schulen mit Internetzugang, Hardware, Software und entsprechend geschützten Räumen im Netz. Dazu kommt ein IT-Konzept und die Schaffung der erforderlichen fachlichen, personellen und sächlichen Voraussetzungen für den Datenschutz.
  • Alle Kinder müssen chancengleichen Zugang zu einer Medienausstattung haben, die ihnen die Teilnahme am Unterricht und das Erledigen von Aufgaben jederzeit ermöglicht.Es muss eine allgemeine Regelung für den Umgang miteinander in den neuen Medien geben („Netiquette“ / „Medienknigge“) und diese muss vermittelt werden.

Besonders für die Präventionsarbeit in den Bereichen Gewalt, Mobbing und Sucht, brauchen wir bedarfsgerechte Schulsozialarbeit an allen Schulen. Dann kann es gelingen, die Risiken der neuen Medien angemessen zu thematisieren und gleichzeitig die Potentiale für alle zu nutzen!

BER_Resolution_Gesunder_Umgang_FT01_20140126

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